The Admin: Klaus Puth

The Admin: Klaus Puth
Admin, Journalist, Blogger, DX-er

Donnerstag, 20. August 2015

über den 'vormals real existierenden Sozialismus'


Wie ich -und andere - bereits erklärt haben, hatte der
"real existierende Sozialismus" in den genannten Staaten
respektive der "kommunistischen" Welt überhaupt nichts
mit einem echten Kommunismus zu tun - Null komma Null.
Karl Marx hat kurz vor seinem Tod niedergelegt, dass das
kommunistische Manifest und andere Schriften NICHT dazu
bestimmt seien, eine entsprechende Staatsform zu kreieren.
Vielmehr muss nach seiner (und Lenins) Meinung die 
Revolution kontinuerlich weiter nach vorne getrieben werden,
ähnlich wie Robbespierre in der Französischen und Che
Guevara in der kubanischen Revolution argumentierten!
Und diese Revolution muss innerhalb der Arbeiter- und 
Bauernschaft (auch wenn diese Priorität geniessen)
trotzdem demokratische Elemente enthalten. ---

Einen echten Kommunismus hat es beispielsweise laut den
Schriftrollen vom Toten Meer (Westjordanland) unter den
Ur-Christen gegeben, die in kleinen Gemeinden Besitzaufgabe
und Gütergemeinschaft pflegten.
Dies bewies, daß die Idee an sich verwirklichbar ist - aber wie
oben erwähnt, nicht die Begründung für ein totalitäres
Staatsgebilde sein kann: niemals.....!
Im Jemen gab es einen sogen. "Urkommunismus" (siehe Video),
der von mir vorbehaltslos abgelehnt wird und wurde.



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Das Wort "Kommunismus" hat demzufolge für jeden einigermaßen
logisch denkenden Menschen nichts mit der Staatsform des 
Real-Sozialismus zu tun, wie er in der Sowjetunion, der DDR und
anderen Ländern des "Warschauer Paktes" praktiziert wurde - selbst
wenn diese Staaten sich selbst "kommunistisch" bezeichneten oder
eine "KP" (kommun. Partei) als führend installiert hatten. --
Wolf Biermann hat dies vor einiger Zeit in seiner unnachahmlichen
Art nochmals klargestellt. Rudi Dutschke wiederum bezeichnete
Nord-Vietnam als "sozialistisch" und nicht als kommunistisch. Soweit
zu dieser wichtigen Klarstellung. Für Cuba und Laos gilt gleiches. -

Da weder im "Real-Sozialismus" noch in einem (bislang als Staat
nicht verwirklichten) Sozialismus die Freiheit eines JEDEN Bürgers
garantiert wird, ist diese Gesellschaftsform zu verwerfen und die
Demokratie vorzuziehen. Diese kommt dem Ziel der FREIHEIT
viel näher, wenn die einzelnen Individuen ihre Rechte sowohl 
wahrnehmen wie auch verteidigen (Freidenkertum). Hierzu gehört
natürlich vor allem die Presse- und Meinungsfreiheit, denn dort
beginnt und endet die Freiheit. Alle anderen Rechte lassen sich
begrenzen durch Einschränkung der Meinungsfreiheit. Ist diese
beschädigt, ist es leicht, alle anderen Rechte abzuerkennen und
die Demokratie als Schein-Demokratie auszuführen/ zu gestalten.
Typische Zeichen einer Schein-Demokratie sind Intoleranz, starke
Meinungsführerschaft von der Regierung nahestehenden Medien
oder die Strafbarkeit von politischen Überzeugungen (oft unter
dem Deckmantel der "Terrorismus-Bekämpfung"). Hinzu kommt
dann oft die unnötige Einschränkung von Grundrechten (Beispiele
sind die sogen. 'Notstandsgesetzgebung' während der aktiven
Zeit der Rote-Armee-Fraktion (Stichwort Andreas Baader / Ulrike
Meinhof und/oder heutzutage die Verweigerung des Rechtes auf
 daten-rechtliche Selbstbestimmung-- Vorratsdatenspeicherung).

Hinzu kommt eine immer länger werdende, nur kurzzeitig oder gar
nicht unterbrochene Herrschaft einer "Großen Koalition", die dazu
führt, dass die verbliebene "Opposition" diszipliniert wird und kaum
noch über grundlegende Rechte verfügt, angefangen von 
verweigerter Redezeit im Bundestag und nicht aufhörend mit der 
Überwachung von Teilen der Opposition (Verfassungsschutz).
 Folgerichtig "folgen" dann langjährige Kanzlerschaften teilweise
über ein Jahrzehnt und länger. "Spiegel" und "Stern" haben den
daraus unweigerlich entstehenden Sumpf an Verfilzungen /
Verflechtungen zwischen Partei- und Staatsinteressen doku-
mentiert;  Spendenaffären waren eine Spitze des Eisberges. 

Der Durchschnittsbürger in solchen Staaten (mittlererweise EU-weit)
ist leicht daran zu erkennen, dass er die "LMAA"-Einstellung sehr
verinnerlicht hat und ihm der innere Zustand der Demokratie zum
einen und die entstandenen aufgedeckten Skandale zum anderen
völlig gleichgültig geworden sind, da er sowieso die Erkenntnis 
gewonnen hat -- zu Recht oder Unrecht, bleibt dahingestellt --, 
daß er als Einzelner nichts mehr bewirken kann und den Mund zu 
halten habe.... ! Andernfalls droht Unbill in vielfältiger Form. Hunderte
von Einzelbeispielen zeigen ihm, was in einer Demokratie passieren
kann, wenn man nicht mit dem "political correct" gängigen derzeitigen
Meinungsstrom mitschwimmt, sondern sich eine alternative Meinung
leistet -  selbst eine geringfügige Abweichung kann zu dramatischen
Sanktionen der Gesellschaft führen. Verweigertes Krankengeld durch
die Krankenkasse, Falschdiagnosen durch den sogenannten 
"Medizinischen Dienst", Verschwinden in der Psychiatrie mit Wissen
der zuständigen Beamten (7 Jahre im Fall Gustl Mollath), Kündigung
durch den Arbeitgeber unter Vorschiebung anderer Gründe, 
Herbeiführung von Obdachlosigkeit mit Hilfe von Wohnungsbau-
gesellschaften als Vermieter, unberechtigte Forderungen und
deren Aufbauschung zu hohen Beträgen (aus 7 € werden mit 
Zinsen, Zinseszinsen, Mahngebühren, Gerichtsgebühren, 
Gebühren für Auskünfte, Vollstreckungsgebühren, Schreibgebühr,
Gerichtsgebühren, sonstigen Gebühren plötzlich 240 €), 
Forderung von Steuern u.ä. (GEZ ohne TV & ohne Pc, Hundesteuer
ohne Besitz eines Hundes, usw.), lange Rede und kurzer Sinn:
die Liste von Maßnahmen, die zur Bedrohung und Einschüchterung
des kleinen Bürgers verwendet werden kann, ist inzwischen sehr lang
geworden, und ist durch die Berichte in den Medien !! dem Bürger
oft genug ins Stammbuch geschrieben worden. Die ANGST des
Durchschnittsbürgers ist spürbar und ein unbestreitbarer Fakt. Punkt.

Ausrufezeichen. Um ihm, dem Bürger, eine Hoffnung zu geben (die
Hoffnung stirbt ja zuletzt), wird das "St. Florians-Prinzip" zur Anwendung
gebracht: Hauptsache, es trifft nicht mich......  sondern einen anderen.
Trifft es wirklich jemand (egal wie), wird das "Unglück" in den sogenannten
Nachrichten breitgetreten.... diese Information erfüllt durch sich selbst
ihren Zweck. Mittlererweile ist diese Berichterstattung Tradition in der
lokalen Medienwelt. Wir nehmen dies wahr und gehen zur Tagesordnung
über. Vielleicht ein Minuspunkt in der Demokratie - aber da es weltweit
noch keine bessere Staatsform gibt, nehme ich mit ihr Vorlieb und danke
Aktivisten wie www.netzpolitik.org, die durch mutige Meinungsvertretung
dazu beitragen, dass die Bundesrepublik Deutschland an sich ein 
lebenswertes Land ist - was die Zahl der Zuwanderer / Migranten ja
beweist. Man darf sich eben nicht in gewisse Kategorien (politisch links,
politisch rechts, christlich, muslimisch, Demokrat, Anti-Demokrat, 
angepasst, nicht angepasst, reich oder arm, erpressbar oder nicht, 
freidenkend oder engstirnig, et cetera et cetera) einordnen lassen. Nein,
das Schubladen-Denken aufzuheben / nicht zuzulassen, Unberechen-
barkeit, umfassende Detail-Information, keine Macht des Menschen über
einen anderen Menschen - wenn nicht unbedingt nötig (Armee, Polizei),
das sind unablässige Kennzeichen eines aufrechten Demokraten. Und
bereits Willy Brandt hat es gesagt: Lasst uns   m e h r   Demokratie wagen!
Dem ist eigentlich nichts hinzuzufügen....... 

Im übrigen nebenbei: W. Brandt, Egon Bahr und andere Sozialdemokraten
waren in den 70-er Jahren entscheidend dafür, daß ich Deutschland nicht
in Richtung Kanada verlassen habe, sondern blieb. 

Damals war in der Berufsfachschule zufällig der Kontakt zu Mitschülern
entstanden, die wiederum von Frankfurt/M. bis hin zur Ronneburg die
"Unterstützer-Szene" der R.A.F. (Rote-Armee-Fraktion) mit Geld- und 
Sachspenden versorgten und Unterschriftslisten organisierten. 
Schon als Jugendlicher war ich zwar ein FREIDENKER, stand aber
auf dem Boden des Grundgesetzes, wie unverändert noch heute.
"Sozialismus" und R.A.F. gingen für mich nicht zusammen.

Die R.A.F. schätzte ich so ein, daß in Deutschland ein revolutionäres
Umfeld nicht in der Art wie z.B. in Cuba vorhanden sei und das
Scheitern von dem Zeitpunkt an vorprogrammiert war, als der Chef
Andreas Baader die Parole ausgab, menschliche Ziele sind ab sofort
möglich und zu tolerieren. Einen gewalttätigen Umsturz hätte es 
in der Bundesrepublik sowie nie und nimmer gegeben, da wir ja noch
die Bundeswehr hatten und haben. Daß ein selbst von Professoren
hochgeschätzter Vor-Denker wie Rudi Dutschke  (kurz vor seinem 
tragischen Tod noch zum Doktor promoviert) Opfer eines Attentates
wurde und nur knapp überlebte, um dann 1979 doch an den Spät-
folgen der Attacke zu sterben, hat mich zu diesem Zeitpunkt tief
bestürzt und betroffen gemacht, jedoch nicht in die Unterstützer-
Szene abgleiten lassen. Vielmehr habe ich die Gegenseite ergriffen
und wurde im gleichen Jahr Staatsbeamter beim Land Hessen. Ich
hatte meine Wahl getroffen.....

Vorher ergab sich noch ein einmaliger Briefkontakt via Postfach
 zu Fritz Teufel  (Spaßguerilla). Mein Entschluß aber stand fest.
Rückblickend bleiben mir zwei -sehr wahre- Zitate von Dutschke im
Gedächtnis: > "Marx sagte: ich bin kein Marxist", und "Geschichte
ist machbar" - wobei Rudi damit meinte: positiv gestaltbar.

Durch ein wunderhübsches rothaariges Mädel namens Martina
wurde ich in den 1980-er Jahren noch intensiver an das Nach-
denken herangeführt, und 35 Jahre später bin ich ihr immer noch
dankbar dafür. Merci. Wissen bedeutet mir dadurch alles und ist
die Basis für jede Entscheidung. Ein Hermann Hesse war dann
die Ergänzung, dazu komme ich in einem späteren Bericht. --

Dieser Exkurs sollte nicht so weitschweifend sein, irgendwie 
ergab sich Wort für Wort von selbst, so wie wenn jemand mir
die Hand (einhändig) beim Tipen führen würde... ich kann Gott
nur danken, denn trotz Freigeistes bin ich gläubiger Christ. -
Das soll es für heute gewesen sein. Euer Editor, der Klaus     
......................................

PS: Nach dem Ende der 'Deutschen Demokratischen Republik'
kam ich durch Prof. Wolf Harranth (Wien) zu der Einsicht, dass
schon die Staatssicherheitsbehörde -StaSi- eine Akte über mich
angelegt hatte. Das beweist: Überwachung gab es diesseits und
jenseits des Eisernen Vorhanges listigerweise zum gleichen Thema,
und sei es auch nur ein unbescholtener Bürger, der sich ein Buch
im Ausland bestellt hatte (verdächtig !) und gleichzeitig auf der
falschen Seite des Eisernen Vorhanges wohnte und dafür bekannt
war, im Laufe der Zeit mit über 200 Staaten der Erde in weltweitem
postalischen Kontakt zu stehen  UND außerdem in (geöffneten)
Briefen oder Postkarten die Dreistigkeit besaß, über Kurzwellen-
radiostationen und deren jederzeitigen guten Empfangbarkeit zu 
recherchieren UND die Freiheit der Meinung propagierte UND
dafür bekannt war, auch noch Rückporto für die Antwort beizulegen.
D A S  musste ja ein unbequemer Querdenker sein, staatsgefährdend
für die DDR --- unbeliebt wie Wolf Biermann und auf jeden Fall akten-
kundig zu machen. Ein Objekt der Beobachtung sowieso. Zum Glück
ist das alles lange vergangen und vorbei durch den Untergang der DDR.
Es zeigt jedoch, wes Geistes Kind manchmal die Beamten dort waren
und wie unverhältnismäßig die Kriterien, nach denen Raster aufgestellt
wurden. Heute sage ich: mehr wie lächerlich, schon skurril zu nennen.

Fritz Teufel hätte seine Freude gehabt.........          Ein letztes Wort zu
ihm: die Medien steckten ihn oft in die Schublade "Terrorist". Die
Fakten: er war mit Terroristen befreundet, seine "Attentate" beging er
mit Pudding, Mehl, Zaubertinte und Farbe. Scharfe Waffen hat er nach
seiner Aussage nie benutzt, sein höchstes Vergehen war ein Waffen-
transport. Ansonsten hat er über 4 Jahrzehnte die "Spaßgerilja"
befürwortet und sich eher als Polit-Clown gesehen.
1975 bis 1980 saß er widerspruchslos zu Unrecht und ohne
Prozeß ( ! ) fünf Jahre lang in Untersuchungshaft.
Gerichtlich ist seine Unschuld an den Vorwürfen (Peter Lorenz-Ent-
führung) später einwandfrei festgestellt worden - was den Glauben
an die Gerechtigkeit wieder herstellt. Ab 1983 führte F. Teufel ein ganz
normales bürgerliches Leben als Fahrradkurier und Autor der "TAZ".
Die letzten Lebensjahre fand er das Glück mit seiner Liebe Helene und
verstarb im Juli 2010 im Alter von 67 Jahren. --
Im Gedächtnis wird er der Nachwelt bleiben als Empfänger des "Neuss-
Preises für Zivilcourage" und durch seine Zitate:

"Dank gilt meinen ungeborenen, ungezeugten Kindern, die mir ein
 Leben in Luxus und Freude ermöglichen"
"Wenn’s denn der Wahrheitsfindung dient" - zu einem vorsitzenden
Richter nach der Aufforderung zum Aufstehen
"Wer sich anpasst, kann eigentlich nicht zärtlich sein"
"ich war am anfälligsten für die Liebe" - im letzten Interview





Weiter war er Mitglied der bekannten Wohngemeinschaft 'Kommune 1'
und Teilnehmer an vielen Studentendemonstrationen sowie an
einigen Hausbesetzungen.  Den Großteil seines Lebens verbrachte er
in (West)Berlin. Ohne seine Partei zu ergreifen: er hat viele Fehler
gemacht, ist durch Gefängnis und ein Leben in finanzieller Armut
dafür bestraft worden, und hatte nach Aussagen seines Freundes-
kreises die Absicht, die Arbeiterklasse zum Bewußtsein des
Klassenkampfes zu "ermuntern". Da es in Deutschland dank der
Gewerkschaften keinen solchen gibt, war Teufel sowohl mit seiner
Meinung wie mit den 'politischen Aktionen' grundsätzlich wie im
Besonderen auf ganzer Linie dazu verdammt, trotz guter Absicht
die falsche Strategie zu verfolgen und hat somit sein Leben quasi
zum Teil weggeworfen. Durch die Verkörperung des Polit-Clowns und
 seine Rückkehr in das bürgerliche Dasein ist ihm vieles zu verzeihen.-

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